Dienstag, 26. Juli 2011
Der Augenblick (5? Mit Zahlen hab' ich's nicht so)
Samstag, 23. Juli 2011
Der Augenblick 3
Freitag, 22. Juli 2011
Donnerstag, 21. Juli 2011
Der Augenblick (1)
Fundstück im Waldflüsslein in Ilbeshausen
Dienstag, 19. Juli 2011
Palim Palim
Ich weiß ja nicht, ob das bekannt ist. Viele Sintis oder Romas klingeln hier mit der immergleichen Story - ein Verwandter ist leider überraschend verstorben, oft in Norddeutschland oder in Holland. Und da wolle man hin, hat aber gerade die Kohle nicht. Wenn der Pfarrer aber schnell die 50 Euro leiht, überweist sie die reiche Verwandtschaft gleich nach der Beisetzung. Mit diesem schweren Schicksal sind sie aber nicht allein. Sie teilen es mit erstaunlich vielen Bewohnern des Campingplatzes ums Eck. Da scheinen alle Verwandten geradezu drauf zu warten, bis der Camper in Nieder-Moos ist, gerade kein Benzin mehr im Tank und ein Problem mit der Lesbarkeit seines Bankkartenmagnetstreifens hat, um dann das Zeitliche zu segnen. Die lebten oft im Ruhrgebiet.
Wenn das alles wahr wäre, man müsste sich ja ernsthaft Sorgen um den Fortbestand von Sinti-, Roma- und Camperverwandten machen. Aber das nur so nebenbei.
Weil die alle aber hier so oft im Pfarrhaus klingeln, finde ich es nur mehr als gerecht, dass einem wenigstens die Zeugen Jehovas in Ruhe lassen (auch wenn die erstmal kein Benzingeld wollen).
Das Argument lassen die zwei freundlichen Damen mit dem Wachturm in der Hand aber nicht gelten.
Mehr noch, sie wirken irgendwie beleidigt. Auch ein versöhnliches "Komm, Schwamm drüber, die Welt geht doch eh bald unter" motiviert sie nicht mehr, den Missionsversuch fortzusetzen.
Dienstag, 14. Juni 2011
Schule macht H
Ich meine ja, all die Politiker, die sich für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems stark machen, sollte man als Strafe vor die Wahl stellen:
Einen Monat Zwangsarbeit in den Uranminen oder einen Monat unterrichten in der Hauptschule.
Und dann könnte man auf den hinteren Bänken Platz nehmen und sich über die blöden Gesichter freuen, wenn ihnen klar wird, dass sie sich mit der Schule für die falsche Option entscheiden haben.
Ich hatte ja das Glück, seit einem knappen Schuljahr meiner Standartklassenkombination (7H und 9H) verlustig zu sein. Und die kurze Zeit hat bereits gereicht, um komplett zu verdrängen wie übel das Klima in vielen Hauptschulklassen ist.
Heute war war es wieder einmal so weit, eine einzige Vertretungsstunde in einer Sieben zum Ethikunterricht. Sicher, ich will nicht alle Schüler über einen Kamm scheren, aber diese eine Stunde reicht, um mich sehr nachdenklich und sehr ärgerlich zu machen. Es ist eine Schande, wie durch die frühe Selektion ein Klima der sozialen Verrohung innerhalb des Klassengefüges begünstigt wird. Es ist eine Schande, wie dieses strukturelle Problem zu dem der Lehrer gemacht wird, die in dieser Atmosphäre für Unterricht, soziale Kompetenz und Berufsqualifikation sorgen sollen. Es ist ein Hohn, dass in Talkshowrunden das allgemeine Scheitern dieses Versuchs als ein Erfolg verkauft wird.
Vielleicht ist jetzt der rechte Zeitpunkt von der Theorie zur Beobachtung überzugehen. Während meiner 45 Vertretungsminuten haben sich zwischenzeitlich die 8(!) Schüler gegenseitig mit diesen Ausdrücken bedacht:
Neger, Opfer (4x), Zeig mir endlich deine Titten, du Sau (3x), Arschloch (2x), Halts Maul (zu oft um es zu zählen), Nigger, Drecksau (2x), Fresse, Alder (4x), Mongo (2x), Drecksvieh, Gestörter Arsch, Alte Lesbe (2x).
Eine Schülerin hat sich nicht an den gegenseitigen Beschimpfungen beteiligt.
Mag sein, dass das Setting einer Vertretungsstunde das Beschimpfen begünstigt, mag sein, dass ich kaum die richtigen Mittel zur Eindämmung gefunden habe, mag sein, dass diese Klasse extrem ist - und dennoch, das Beispiel an verbaler Verrohung und Gewalt sollte allemal reichen um die Sinnhaftigkeit der Institution "Hauptschule" zu hinterfragen!